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Toxoplasmose – was ist das?

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die bei erwachsenen Menschen eine grippeähnliche, harmlose, manchmal kaum bemerkte Infektion hervorruft. Sehr häufig verläuft die Infektion völlig unbemerkt. Etwa die Hälfte der Frauen in Mitteleuropa hat in ihrem Leben bereits eine Toxoplasmose durchgemacht und ist dagegen immun. Probleme können erst dann entstehen, wenn eine schwangere Frau erstmals eine Toxoplasmose-Infektion hat.

 

Wodurch wird die Toxoplasmose hervorgerufen?

Die Verursacher der Toxoplamose sind weit verbreitete Einzeller, die man als Toxoplasmen (genaue Bezeichnung: Toxoplasma gondii) bezeichnet. Hauptwirt dieser Parasiten ist die Katze. Infizierte und erkrankte Katzen scheiden Oozyten (Eier) dieses Erregers mit dem Kot aus. Diese können dann z.B. durch Wind oder Staub verteilt und von Menschen, aber auch von Schlachttieren aufgenommen werden. Im letzteren Fall kommt es zur Bildung von Toxoplasmosezysten im Muskelgewebe der erkrankten Tiere, so dass der Mensch sich über den Genuss rohen Fleisches z.B. Mett oder Tartar infizieren kann.


Warum sind Toxoplasmen für das ungeborene Kind gefährlich?

Die Erreger setzen sich zunächst im Mutterkuchen fest. Von da aus können das Gehirn und die Netzhaut des Auges des ungeborenen Kindes befallen werden. Folgen einer solchen Infektion können Vernarbungen der Ader- bzw. Netzhaut am Auge, Wasserkopf sowie eine geistige Entwicklungsstörung infolge einer Hirnhautentzündung sein.

 
Wie häufig ist die Toxoplasmose bei Schwangeren?

Ohne Toxoplasmose-Vorsorge muss in Deutschland mit jährlich mehr als 5.000 akuten Toxoplasmose-Infektionen bei Schwangeren gerechnet werden, wobei in etwa der Hälfte der Fälle eine Infektion des Kindes anzunehmen ist. Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat sich für ein generelles Screening während der Schwangerschaft ausgesprochen, welches aber leider bislang noch nicht in die Mutterschaftsvorsorgerichtlinien aufgenommen worden ist.


Kann ich eine Toxoplasmose bekommen? Ist mein Kind gefährdet?

Nach einer durchgemachten Toxoplasmose-Infektion besteht eine bleibende Immunität: Im Blut bleiben Antikörper, die bei einem erneuten Kontakt mit dem Erreger eine Schutzwirkung entfalten und den Erreger unschädlich machen. Für das Ungeborene kann daher nur eine Erstinfektion der Mutter gefährlich werden. Da die Toxoplasmose-Infektion uncharakteristisch verläuft, kann jedoch nur durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden, ob eine Person früher bereits eine Infektion hatte und dadurch schützende Antikörper gebildet hat.

Deswegen ist es wichtig Ihren Toxoplasmose Ig G- Antikörpertiter zu kennen.
Fällt die Antikörperbestimmung negativ aus, sollten Sie die unten genannten Empfehlungen befolgen und die Bestimmung im Abstand von 10 bis 12 Wochen wiederholen.
Sind Ihre Antikörper positiv, werden Sie ggf. zum einem erneuten Test auf Toxoplasmose Ig M - Antikörpertiter bestellt.


Was ist, wenn eine akute Toxoplasmose festgestellt wird?

Wenn der Frauenarzt durch die Blutuntersuchung eine akute Toxoplasmose feststellt, kann die Infektion durch eine spezielle Antibiotikum-Therapie behandelt werden. Die Kosten für diese spezielle Therapie wie auch die erforderlichen Labor-Kontrolluntersuchungen werden dann selbstverständlich auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Wie kann ich mich vor einer Toxoplasmose schützen?

Solange Sie nicht wissen ob Sie schützende Antikörper haben, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten: